Scheintherapie und sadistische Zwänge

Scheintherapie und sadistische Zwänge

Scheintherapie und sadistische Zwänge

In diesem sehr speziellen Schlagerprogramm geht es um eine noch speziellere Frauenfreundschaft.

Kirsten Mornhinweg und Christine Schulze, am Piano Bijan Azadian, Regie Arnold Krohne

„Maaaammaaaaa“ – so startet die musikalische Reise durch die Tiefen (natürlich zu Tode betrübt) und die Höhen (ohne Frage himmelhoch jauchzend) im Leben von Christine S. „Maaaammaaaa, fühlst Du nicht endlich mein gebrochenes Herz…“

Nach nun 25 Jahren der Selbsttherapie hat Christine Einiges zu erzählen. Von den Sünden ihrer Mutter, der Trennung ihrer Eltern, der ersten großen Liebe, dem Auszug und schließlich von Kirsten, die so ganz anders ist und dazu noch richtig streng. Kirsten hat selber Einiges zu erzählen, verliert nie ganz ihre Strenge. Eine Art Freundschaft entwickelt sich, in der mal geteilt, mal verheimlicht, mal still beneidet wird. Das Leben geht weiter, Männer und Geld kommen und gehen, Freude und Frust werden aufs Korn genommen und am Ende bleibt: Therapie hilft, lachen auch und schließlich kommt es doch nur auf das Eine an: „Ich weiß, was ich will. Lach nur über mich, denn am Ende lache ich über Dich.“

Nach der Veranstaltung treffe ich Christine und Kirsten. Der Schuldige für die Show ist schnell ausgemacht. Arnold Krone, der Gesanglehrer, der beiden. Nicht nur haben sie sich durch ihn bei den jährlichen Schülerabenden kennengelernt, nein, er hat bei diesem Stück auch die Regie geführt. „Was macht Ihr sonst, wenn Ihr nicht auf der Bühne steht?, frage ich weiter. Christine arbeitet überraschender Weise als Psychologin und Kirsten im Management. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen und frage: „Aber ist das nicht ein bisschen viel Therapie?“ „Nein“, sagt Christine. „Die Bühne ist ein toller Ausgleich, auch weil es bei der Arbeit nicht so viel zu lachen gibt.“
Christine und Kirsten haben schon vor ihrer Zusammenarbeit Sketche auf die Bühne gebracht, doch dieser Abend im goldenen Saal im Rathaus Schöneberg hat ihnen besonders gut gefallen:“Die Akkustik ist einfach toll und das Publikum war klasse. Wir sind sehr dankbar, dass wir hier spielen durften.“

Eine letzte Frage erlaube ich mir noch. „Was gefällt Euch am besten an Eurem Programm?“ Die Antwort kommt ohne Zögern:“Das Publikum zum Lachen zu bringen, das ist toll.“ Unterstützt werden die beiden vom Pianisten Bijan Azadian, der sich im Hintergrund hält und die Weibsbilder machen lässt…

DER ABEND IN BILDERN

Wenn Sie nun meinen, Sie hätten schon alles gesehen, so kann ich Ihnen versichern, dass dem nicht so ist. Nutzen Sie die nächste Gelegenheit an der musikalischen Therapie aus zweiter Hand teilzunehmen. Es gibt mehr zu sehen, viel zu hören und vor allem viel zu lachen.

Informationen zu weiteren Auftritten erhalten Sie von Kirsten Mornhinweg.

 

Text und Fotos: Ellen Paschiller