Walls and Waves

Walls and Waves

 

 

Die alte Dorfkirche Marienfelder ist eine stattliche Feldsteinkirche und liegt mitten im beschaulichen grünen Dorfanger. Sie soll die älteste Dorfkirche in Berlin sein. Hier ist es sehr ruhig. Fast idyllisch. Die Kirche liegt weit abseits des pulsierenden Berlins.  Wenige Fußgänger mit Ausnahme der Hundeausführer, einzig der Lärm vom nahegelegenen Fußballclub „Stern Marienfelde 1912“ schallt herüber.

Walls and Waves - Dorfkirche Die Dorfkirche bietet eine schöne Atmosphäre. Geistlicher Musik wird häufiger in diesem Rahmen präsentiert.  Ulrike Brand, Cellistin und Künstlerische Leiterin der zwei Konzerte „Walls & Waves“  hat zusammen mit drei anderen Musikern, die auch in der improvisierten Musik zu Hause sind, Musik für diesen Ort entwickelt. „Die Musik nimmt zu dem Ort Bezug, zu der Dorfkirche Marienfelde und ihrer direkten Umgebung. Das Ergebnis ist eine `site-specific-composition´, dass heißt, Musik die speziell für diesen Ort entwickelt wurde und nur dort gespielt werden kann, eine klangliche Abgleichung, ein Maß des Ortes in der Form der Musik“ so Ulrike Brand

Das zweite Konzert hat zum Thema „Zwischen Innen und Außen“. Verfrüht treffe ich in der Dorfkirche ein und bin bereits überrascht, da es scheint, das Konzert habe schon begonnen. Ulrike Brand schreitet mit ihrem Cello auf einem Rad den Raum ab und Marcello Lussana (Live-Elektronik) und Thomas Noll (Orgel) stimmen in die Improvisation ein. Ulrike Brand begibt sich ins Freie. Langsam folgt auch das Publikum vom Kircheninnenraum zur Dorfaue. Die aufgenommenen Klänge des Cellos und der Orgel werden elektronisch modifiziert und nach außen übertragen.

Walls and Waves - Ulrike BrandIch bin überrascht wie fließend die Klänge, Wellen und Vibrationen im Raum verschmelzen. Wie gut die drei den Ton miteinander finden. Wie abgestimmt dies auf mich wirkt. Der Kirchenraum füllt sich akustisch, verdichtet sich während die drei Musiker ihre Spielideen entwickelten. Gemeinsam wurde in der gemischter Instrumentalbesetzung die Möglichkeiten von Improvisationsspielen und -konzepten erforschen und die Architektur erkundet.

Ich habe für mich festgestellt, dass dieses Konzert als Wandelkonzert besonders reizvoll war. Es hat zwar eine Weile gebraucht bis ich mich getraut habe meinen Platz zu verlassen und mich auch durch den Raum zu bewegen. Das Klangerlebnis in dem ich Ulrike Brand und ihrem Cello durch den Kirchenraum zu folgte war großartig. Dabei stelle ich fest, dass die Akustik unter dem hölzernen Tonnengewölbe ganz anders erklingt, als in der Apsis. Ich fand das Konzert ganz großartig!

Walls & Waves Konzert

Das Ensemble – Walls & Waves

Ulrike Brand (Cello), Marcello Lussana (Live-Elektronik), Thomas Noll (Orgel)
Künstlerische Leitung, Planung und Organisation: Ulrike Brand

Mehr zu Ulrike Brand können Sie auf ihrer Website erfahren:
http://www.ulrikebrand-cello.com/

Mehr zu Marcello Lussana können Sie auf seiner Website erfahren:
http://fantomton.de/

Mehr zu Thomas Noll können Sie auf seiner Website erfahren:
http://www.organworks.de/musik.html

Mehr zu Olaf Rupp (Erstes Konzert) können Sie auf seiner Website erfahren:
http://www.audiosemantics.de/

Gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg

Aufführungen 02.09. und 14.09.2017

15. September 2017

Beitrag von Yvonne de Andrés (yda)

 

Text & Fotos: Yvonne de Andrés

 

Tanztheaterstück „So fern, so nah“

Tanztheaterstück „So fern, so nah“

ZUSATZTERMIN: 05.August 2017 um 18.30 Uhr

Der Natur-Park Schöneberger Südgelände ist in den letzten Jahren immer mehr en vouge.  Der Rangierbahnhof Tempelhof  wurde nach dem Zweiten Weltkrieg etappenweise stillgelegt. Wie ein verborgener Ort, in dem die Zeit zum Stillstand gekommen ist, wirken das 18 Hektar große Gelände zwischen den Gleisen der S2 und S25 und der ICE-Strecke. Claudia Berg beschreibt diesen Ort wie folgt: „Der morbide, wilde Charme des Natur-Parks beflügelt die Phantasie und lässt ein Gefühl entstehen als würde geflüstert über Ankommen, Abschied, Geheimnis, Vergänglichkeit und Verwandlung.“ Lesen Sie weiter…