Zu Gast in der Botschaft der Republik Argentinien

Zu Gast in der Botschaft der Republik Argentinien

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

BILD DER FRAU
LA IMAGEN DE LA MUJER

Eine Ausstellung des 18m Pop-Up-Salons in der Botschaft der Republik Argentinien im Rahmen des Frauenmärz 2016 Tempelhof-Schöneberg

Ausstellung: 23.März – 12.April 2016
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 17 Uhr
Ort: Botschaft der Republik Argentinien, Kleiststraße 23-26, 4.OG, 10825 Berlin

 

„Ich bin sehr glücklich und sehr stolz darauf, dass wir diese Ausstellung in der Argentinischen Botschaft zeigen dürfen“, sagt Duna Rolando, eine von acht argentinischen und deutschen Künstlerinnen, die im Rahmen des Frauenmärz 2016 hier ausstellen. „Jede von uns zeigt ihre Welt“, sagt sie und tatsächlich hat es Julie August, die Kuratorin, geschafft, Künstlerinnen zusammenzubringen, die ganz unterschiedliche Arbeits- und Inhaltsansätze zeigen. Eröffnet wird die Ausstellung zweisprachig von dem Gesandten Luis Alfredo Azpiazu und Gonzalo Rodríguez Newbound, dem II.Botschaftssekretär. Da Julie August nicht selber vor Ort sein kann, übernimmt Dr.Silvia Kroyer und liest Julie Augusts Rede vor.

Nachdem ich mir einen Eindruck von den unterschiedlichen Arbeiten der Künstlerinnen gemacht habe, frage ich Duna Rolando nach ihrem Bild der Frau und sie sagt mir, dass sie Etiketten nicht mag, weil Menschen viel zu komplex sind, als das man sie in Schubladen stecken könnte. Über ihre Arbeit sagt sie, dass sie Menschen dann malt, wenn sie etwas Interessantes, etwas Verbindendes in ihnen entdeckt, das sich nicht in Worte fassen lässt, aber in einem Bild eine Stimme erhalten kann. Sie bevorzugt dabei die Arbeit mit Ölfarben, da diese ihr die Zeit erlauben, nuanciert die Essenz ihrer Protagonisten herauszuarbeiten.

Franzisca Schaum, fragt direkt zurück:“Warum nur Frauen? Warum eine Frauenquote… eigentlich sollte das doch kein Thema mehr sein.“ In ihren Zeichnungen geht sie entsprechend nicht in erster Linie um Frauen, sondern vielmehr um Verhaltensmuster und auch Absurditäten, die sich letztlich in jedem Menschen finden lassen.

Franzisca Neubert erzählt, dass sie marokkanische Wurzeln hat, während sie in Deutschland aufgewachsen ist und sie entsprechend einige „Frauenbilder“ mit auf den Weg bekommen hat. „Ich beschäftige mich auch damit, was man von einer Frau erwartet und wie man das bricht. Auch gegen welche Frauenbilder ich mich mehr wehren möchte als andere. Während ich kein bestimmtes Klischee erfüllen möchte, bin ich doch zum Beispiel gerne Mutter. Aber dem Pochen auf ein bestimmtes Schönheitsideal kann ich nichts abgewinnen. Stattdessen, würde ich zum Beispiel gerne in Würde altern können.“

Auch Gerlinde Meyer spricht davon, wie viel angenehmer es wäre, wenn man zum Beispiel als Mutter und als Partnerin so sein könnte, wie man es möchte. Mensch sein, anstatt eine bestimmten Rolle zu erfüllen. In ihren Drucken sucht sie nach Idealen, nach dem Entrückten, die Frau in der Natur, die Familie im Fluss der Zeit.

Die Ausstellung BILD DER FRAU ist der Kuratorin Julie August sehr gelungen. Vielfältig und interessant ist die Ausstellung als Ganzes und auch die Arbeiten jeder einzelnen Künstlerin. Leider konnten nicht alle Künstlerinnen an der Eröffnung teilnehmen. Die Ausstellung ist noch bis zum 12.April in der Botschaft der Republik Argentinien zu sehen.

 

DIE AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN BILDERN

 

Bilder und Eingangstext: Ellen Paschiller

Die Künsterlinnen

Julieta Arroquy

Julieta Arroquy, argentinische Zeichnerin, hat viele Bücher über „Ophelia“ veröffentlicht, eine Figur, die mit liebenswerten Schwächen ihren Alltag meistert und über den Sinn des Lebens philosophiert. Manchmal schleicht sie sich auch als Hauptdarstellerin in Meisterwerke der Kunst ein. julietaarroquy.blogspot.com

Gerlinde Meyer

Gerlinde Meyer hat gemeinsam mit anderen Zeichnerinnen viele ironisch illustrierte PinUp-Kalender (m/w) veröffentlicht. Für die Büchergilde Gutenberg fertigte sie die 50teilige Serie „Legendäre Frauen“ an. Sie ist Mitglied von Augenfalter, einer Vereinigung Leipziger Künstlerinnen. www.gerlindemeyer.de

Florencia Young und Marula Di Como

Die Gründerinnen des Kollektivs Migrantas sind die Argentinierinnen Florencia Young und Marula Di Como. Ziel ist, nicht nur, aber auch aus weiblicher Perspektive, im Stadtraum mittels Piktogrammen sichtbar zu machen, was diejenigen denken und fühlen, die ihr eigenes Land verlassen haben und nun in einem neuen Land leben. www.migrantas.org

Franziska Neubert

Franziska Neubert hat viele literarische Werke illustriert und zahlreiche Preise dafür bekommen. Meisterhaft beherrscht sie die Technik des Reduktionsholzschnitts, die sie auch für die Serie „Rapunzel“ verwendete. Auch sie ist Mitglied von Augenfalter, einer Leipziger Vereinigung von Künstlerinnen. www.franziskaneubert.de

Duna Rolando

Duna Rolando, argentinische Sängerin und Malerin, die in Berlin lebt, portraitiert in überlebensgroßen Bildern häufig Protagonistinnen und Protagonisten der latino-amerikanischen Kulturszene Berlins: TangotänzerInnen, Literatinnen und Literaten, MusikerInnen – aber auch einfach Menschen, die ihr wichtig sind. www.duna-artwork.de

Josefina Schargorodsky

Josefina Schargorodsky, argentinische Designerin und Illustratorin, hat mehrere Buchprojekte realisiert und hat als Zeichnerin auch für Schönheitssalons und Modelabels gearbeitet. Für diese Ausstellung hat sie eine Serie antiker Göttinnen gezeichnet. josefinachargo.com

Franziska Schaum

Franziska Schaum, Illustratorin, legt mit ihren gekonnt lapidaren Zeichnungen oft den Finger auf den wunden Punkt gesellschaftlicher Stereotypen. Schon zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn untersuchte sie in dem Holzschnittbuch „Männer“ diese Spezies von Grund auf. Seitdem gibt es auch oft Frauen in ihrer Arbeit zu entdecken. www.franziskaschaum.de

Katja Schwalenberg

Katja Schwalenberg, die spätestens mit ihrem Buch FRAU-WOW in 21 Kapiteln Expertise in Sachen „Frauenfrage“ bewies, ist mehr als vielfältig in ihren Darstellungsformen und doch absolut wiedererkennbar. Ihre ungeheure Freude am Spiel mit Form, Farbe und Inhalt überträgt sich ganz unmittelbar auf die Betrachter. www.schichten-ordnen.de

Die Ausstellung BILD DER FRAU wird von Julie August (18m Pop-up-Salon) kuratiert. Sie schreibt dazu:

Im Rahmen des Tempelhof-Schöneberger Frauenmärz 2016 werfen deutsche und argentinische Künstlerinnen eine Blick auf ihre Geschlechtsgenossinnen:

Ach, die Frauen! So mancher meint, sie zu verstehen, zu wissen, was sie wollen, was sie denken, ganze Industrien kümmern sich darum, wie sie aussehen sollen oder müssten und es gibt zahllose Autoren, die uns in allen denkbaren Medien vermitteln wollen, wie „typisch weiblich“ aussieht. Was ist das BILD DER FRAU für Künstlerinnen? Schon die Referenz auf den Zeitschriftentitel, der zur Gattung „Regenbogenpresse“ gehört, lässt vermuten, dass es um Typisierungen, um Klischees und um deren ironische Brechung geht. Auf sehr unterschiedliche Wiese setzen sechs Illustratorinnen, eine Malerin und ein Künstlerkollektiv das BILD DER FRAU in Szene, portraitieren, projezieren, erzählen, stellen Fragen und bilden so eine Vielfalt ab, die den Ausstellungstitel eigentlich ad absurdum führt.

Die Ausstellung BILD DER FRAU ist vom 23.März 2016 bis zum 12.April 2016 in der Botschaft der Republik Argentinien zu sehen.

Ausstellung: 23.März – 12.April 2016
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 17 Uhr
Ort: Botschaft der Republik Argentinien, Kleiststraße 23-26, 4.OG, 10825 Berlin